Stadt Taverny
Lüdinghausens französische Partnerstadt Taverny liegt im Norden von Paris, etwa 20 km vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Sie hat 27.593 Einwohner (Stand 1. Januar 2023) und damit etwa dieselbe Größe wie Lüdinghausen. Im Nordosten hinter der Stadt erhebt auf mehreren Hügeln der große Wald des Forêt Domaniale de Montmorency. In einer unterirdischen Kommandozentrale befindet sich seit 1964 mit der Taverny Air Base das Hauptquartier des Strategic Air Forces Command, der nuklearen Streitmacht der französischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte.
Neben Lüdinghausen pflegt die Stadt Städtepartnerschaften mit Borriana (Spanien, 2019), Novi Sad (Serbien, 2020) und Sedlčany (Tschechien, 1993). Außerdem ist Lüdinghausens polnische Partnerstadt Nysa (ehemals deutsch: Neisse) seit 2011 ebenfalls mit Taverny verbunden.
Bewohner
Viele Bewohner Tavernys sind Pendler, haben ihren Arbeitsplatz in Paris. In früheren Jahren war die Hauptstraße von Taverny, die "Rue de Paris", ein wichtiger Verbindungsweg von der Hauptstadt an die Küste. Noch heute zerteilt die Autobahn A115 die Stadt, sie ist aber über einige hundert Meter mit einem Deckel versehen, auf dem ein Park angelegt wurde. Die A115 führt zur sogenannten Francilienne, dem dritten Straßenverkehrsring, der weitläufig um Paris gelegt ist. Durch eine Eisenbahnlinie über St. Denis zum Gare du Nord ist Taverny an den öffentlichen Verkehr der Hauptstadt angebunden. Bei der Fahrt mit der Bahn erblicken die Bahnreisenden als erstes bekanntes Bauwerk von Paris die Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre.
Kommunale Gliederung
Die Einwohnerzahl Tavernys hat sich in einem Zeitraum von weniger als 30 Jahren verdreifacht. Taverny gehört zur Region Île-de-France, zum Département Val-d’Oise und zum Arrondissement Argenteuil. Sie ist Verwaltungssitz (Chef-lieu) des Kantons Taverny.
Geschichte
Der Name Taverny leitet sich, wie man schon ahnt, ab von Tavernen, die aber neben Schankwirtschaften auch andere Verkaufsstände oder Hütten bezeichnen können. Schon in der Bronzezeit befanden sich dort befestigte Stellungen. 754 wird die Stadt erstmals in einer Urkunde erwähnt, als die Abtei von St. Denis die Stadt erben sollte und darum betrogen wurde. Im 11. Jahrhundert verleibte die mächtige Familie Montmorency die Stadt ihrem Gebiet ein. In der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges, im Jahr 1346, wurde Taverny nach der Schlacht von Crécy von den Briten besetzt und zerstört.
Zur Zeit der Französischen Revolution hatte die Gemeinde lediglich 1.200 Einwohner. 1806 wurde sie für einige Jahre mit einem Nachbarort zu Saint-Leu-Taverny verschmolzen. Seit 1815 wurde in Taverny Gips abgebaut. Während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg nutzte die deutsche Luftwaffe diese Stollen als Munitionslager und zur Montage von V1- und V2-Raketen. 1957 entstand dort ein Operationszentrum für die Luftverteidigung in der Luftwaffenbasis 921 Taverny „Frères Mahé” (die vier „Brüder Mahé“ waren Helden der französischen Luftwaffe). 1961 folgte das Kommando der Luftverteidigungskräfte und 1963 das Kommando der strategischen Luftstreitkräfte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss Vaucelles auf dem Stadtgebiet von der amerikanischen Armee in ein Militärkrankenhaus umgewandelt. Heute trägt es den Namen „Maison d'enfants Elie-Wiesel” (Elie-Wiesel-Kinderheim). Im Zuge verschiedener kommunaler Neuordnungen entstand 2015 der Gemeindeverband Val Parisis, dem Taverny und 14 weitere Gemeinden angehören. Bürgermeisterin Florence Portelli ist seit 2014 im Amt.
Umgebung
In der Nähe Tavernys liegt neben der Hauptstadt Paris eine Reihe von historisch oder kulturell interessanten Orten. Viele Ziele haben die Mitglieder der DFG bei ihren Sprachkursen in der Partnerstadt bereits angesteuert.
Das touristische Programm führte sie zum Beispiel zur Festung Cormeilles in den Hügeln über Paris und zur Villa Savoye des Stararchitekten Le Corbusier in Pontoise. Schloss Chantilly mit seinem Gestüt und Ausflüge auf den Spuren von Vincent van Gogh, der seine letzten Monate im benachbarten Auvers sur Oise verbracht hat, staden ebenfalls auf dem Programm. Und natürlich hat der Spürsinn der französischen Gastgeber auch immer wieder ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten in Paris ausgemacht.
Neuigkeiten aus Taverny
Wer über Entwicklungen in Taverny auf dem Laufenden bleiben möchte, ist mit Angeboten im Internet gut bedient. Auf den Seiten der Stadt Taverny steht das Taverny Magazine zum Download. Darin finden sich – natürlich auf Französisch – monatliche Neuigkeiten für die Bürgerschaft. Auf das eine oder andere Interessante verweisen wir auch hier auf unserer Webseite.