Rose Valland rettete französische Kunst
Das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn würdigt noch bis zum 26. April die Kunsthistorikerin Rose Valland in einer Ausstellung
Im Paris des Zweiten Weltkriegs organisierten die deutschen Besatzer ihren Raubzug in der französischen Kunstwelt. Eine große Zahl von Kunstwerken aus französischen Museen und von jüdischen Besitzern wurde im Pariser „Musée du Jeu de Paume“ gesammelt, registriert und nach Deutschland geschickt.
Zwischen den Deutschen bewegte sich dort als graue Maus, völlig unterschätzt eine französische Kunsthistorikerin. Rose Valland machte sich in der Verwaltung des Museums nützlich und verstand heimlich die deutsche Sprache. Über Jahre hinweg, unter höchstem Risiko und im Kontakt mit der Résistance sammelte sie Informationen über die geraubten Kunstschätze. In den letzten Kriegstagen sorgte sie dafür, einen letzten großen Eisenbahntransport nach Deutschland geschickt zu verzögern und die Kunstwerke bis zur deutschen Niederlage in Frankreich zu behalten.
Nach dem Krieg wurde sie Offizierin der französischen Armee und suchte in Deutschland nach der Raubkunst. Schätzungsweise 60.000 Kunstwerke fanden den Weg zurück nach Frankreich. Das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn würdigt die Kunsthistorikerin in diesem Frühjahr mit einer Ausstellung: „Rose Valland – Auf der Suche nach enteigneter Kunst“. Außerdem gibt es in der aktuellen Folge des Podcasts Franko-viel weiteres über Rose Valland zu hören.