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Voltaire: Vordenker der Toleranz

| Bilder & Berichte

DFG-Reihe Literatur für Liebhaber

„Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“ Dieses dem Philosophen und Schriftsteller Voltaire zugeschriebene Zitat setzte den Ton des Literarischen Abends, den das Ehepaar Marion und Markus von Hagen auf Einladung der Deutsch-Französischen Gesellschaft am 26. März 2026 sachkundig und charmant gestaltete.

Voltaire, am 21.11.1694 unter dem Namen François-Marie Arouet in Paris geboren, war einer der großen französischen Schriftsteller und Philosophen, mit seinen Werken ein Kritiker der Missstände des Absolutismus und des weltanschaulichen Monopols der katholischen Kirche. Er wurde ein Vordenker der Aufklärung und gilt als einer der Wegbereiter der Französischen Revolution. Eines seiner Hauptthemen, das sich durch seine Werke hindurch zieht, ist die Toleranz. Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Anhängern anderer Religionen, was ihm Feinde bei den Herrschenden seiner Zeit und dem katholischen Klerus bescherte. Mehrmals wurde er verhaftet und musste sogar für die Dauer von zwei Jahren nach England emigrieren.

Gleichwohl war er als Schriftsteller sehr erfolgreich und finanziell unabhängig. Er verfasste unter anderem 56 Theaterstücke, wobei schon das erste und erfolgreichste Drama, Ödipus, an der berühmten Comédie Française auf die Bühne gebracht wurde. Da war Voltaire erst 24 Jahre alt. Später lebte er drei Jahre lang auf Einladung des preußischen Königs Friedrich II. in Potsdam, bis er sich auch mit diesem überwarf und aus Deutschland fliehen musste.  Als Voltaire am 30. Mai 1778 in Paris starb, verweigerte der Bischof von Paris ihm dort das Begräbnis. Erst später wurde sein Leichnam in das Panthéon in Paris überführt, die nationale Ruhmeshalle, in der mehr als 70 bedeutende französische Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Politik beigesetzt sind.

Mit langanhaltendem Applaus dankte das Publikum dem Ehepaar von Hagen für den kurzweiligen Vortrag. Die Zuhörer im gut gefüllten Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen nutzten die Gelegenheit, im Rahmen der Veranstaltung bei einem Glas Rotwein ins Gespräch zu kommen.

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