Avaler des couleuvres
In Übersee gibt es Kröten, die Giftstoffe mit halluzinogener Wirkung produzieren. Damit schützen sie sich vor Fressfeinden
Sie sind aber in den letzten Jahren auch ins Visier von Drogenkonsumenten geraten, die sich vom Abschlecken der Kröten einen Tripp der besonderen Art versprechen. Doch nicht diese gefährliche Übung dürfte der Grund sein, warum es im deutschen Sprachgebrauch als sehr unangenehm gilt, eine Kröte zu schlucken – also ein besonderes Übel hinzunehmen. Kröten gelten eben schlechthin als eklige Geschöpfe.
Die französische Küche ist ja nun berühmt für die gerne zitierten Froschschenkel, also für Gerichte aus Artverwandten der Kröten. Doch auch das Französische greift auf die Welt der Reptilien zurück, um große Abneigung zu demonstrieren. „Avaler des couleuvres“ heißt es hier. Und ganz sicher ist es nur eine Nuance im Geschmack, ob es eine Kröte oder eine Schlange zu schlucken gibt.